Rückblick auf den Vortrag vom 6. Oktober: „Frauen in Balance – ein guter Umgang mit der Zeit.“
„Wer kennt es nicht: Man liegt abends im Bett und im Kopf beginnt das Gedankenkarussell.“ Mit diesen Worten begann Maria Püschel, Bildungsreferentin vom LandFrauenverband Württemberg-Baden e.V., ihren interessanten und zugleich kurzweiligen Vortrag zum Thema „Frauen in Balance – ein guter Umgang mit der Zeit“.
Stress und Hektik begleiten viele Menschen im Alltag. Frau Püschel sprach von der allostatischen Last, also die Belastung, die sich durch dauerhaft anhaltenden Stress im Körper aufbauen kann. Berufliche und finanzielle Sorgen, Krankheiten, das Älterwerden, persönliche Herausforderungen oder auch die täglichen Weltnachrichten können dazu führen, dass wir selbst in Ruhephasen nicht richtig abschalten können. Schlafprobleme, Erschöpfung, Burnout und weitere gesundheitliche Beschwerden können die Folge sein.
Doch was ist Zeit eigentlich – und können wir sie überhaupt „managen“? Zeit wird in verschiedenen Kulturen unterschiedlich wahrgenommen und auch sprachlich gibt es interessante Zusammenhänge: Im Französischen, Italienischen und Spanischen wird dasselbe Wort für „Zeit“ und „Wetter“ verwendet. Frau Püschel zeigte auf, dass klassisches Zeitmanagement allein oft nicht ausreicht. Viel wichtiger sei ein guter Umgang mit sich selbst. Der Mensch braucht Pausen, Erholung und kleine Rituale. Methoden wie die Pomodoro-Technik, bei der sich Arbeitsphasen und bewusste Pausen abwechseln, können dabei hilfreich sein. Ebenso können spezielle Atemübungen vor dem Zubettgehen helfen, zur Ruhe zu kommen, Stress abzubauen und sich auf einen erholsamen Schlaf einzustimmen.
Interessant war auch der Blick zurück: Früher orientierten sich die Menschen viel stärker am Rhythmus der Natur und an den Jahreszeiten. Feste und Bräuche wie Sonnwendfeiern oder Erntedank gaben dem Jahr eine natürliche Struktur. Heute bestimmt dagegen häufig die Uhr unseren Tagesablauf – und nicht selten haben wir dabei das Gefühl, ständig zu wenig Zeit zu haben.
Frau Püschel ermutigte die Zuhörerinnen, sich bewusst kleine Auszeiten zu gönnen und persönliche Rituale in den Alltag einzubauen: einen gemeinsamen Spieleabend, eine Tasse Kaffee oder Tee in Ruhe, eine Kerze am Abend, einen Spaziergang oder einfach einmal auf einer Bank sitzen und die Seele baumeln lassen. Dabei komme es nicht immer darauf an, wie viel Zeit wir haben, sondern vor allem darauf, wie bewusst und mit welcher Qualität wir sie erleben. Auch im Urlaub dürfe man schließlich einfach aufs blaue Meer schauen – ohne etwas leisten zu müssen und vor allem ohne schlechtes Gewissen!
Herzlichen Dank an Frau Püschel für den interessanten und informativen Vortrag, der zum Nachdenken angeregt und viele wertvolle Anregungen für mehr Gelassenheit und Balance im Alltag gegeben hat.

